Der Energieverbrauch der Bundeswehr – vor, während und nach der „mission E“

04. July 2017 | In eigener Sache

Die bundeswehrweite Pilotkampagne der „mission E“ lief von Oktober 2006 bis Dezember 2011, über fünf Jahre sind seitdem vergangen. Mittlerweile hat das Kampagnenkonzept zur Sensibilisierung und Motivation für das energiebewusste Verhalten zahlreiche andere Anwender gefunden – auch dank der damaligen, sehr bemerkenswerten Einsparerfolge der Bundeswehr. Doch wie hat sich eigentlich der Energieverbrauch des Verteidigungsressorts seit dem Ende der „mission E“ entwickelt?

 

Die Bundeswehr konnte die Verbrauchsreduzierung, die sie während der fünfjährigen Laufzeit der „mission E“ erzielte, in den darauffolgenden Jahren nicht nur halten, sondern sogar ausbauen: von gut einem Viertel im Jahr 2011 auf über ein Drittel im Jahr 2015 (bezogen auf 2005). Im Langzeitvergleich zu 1990 reduzierte die Bundeswehr ihre CO2-Emissionen bis 2015 um fast vier Fünftel, und laut Verteidigungsministerium soll die „mission E“ künftig wieder eine Rolle spielen.
 

Standen mit ihrem Namen und ihrem Gesicht für die bundeswehrweite Pilotkampagne der mission E: Marcel Geisenhainer, Katrin Kober, Jens Werner Müller, Petra Mian und René Pracht (v.l.).


Entwicklung des Strom- und Wärmeverbrauchs bis 2015

Im Jahr 2005, das als Referenzjahr zur Ermittlung der Energieeinsparungen zwischen 2007 und 2011 diente, betrug der bundeswehrweite Strom- und Wärmeverbrauch insgesamt 5,98 Mrd. Kilowattstunden (Strom: 1,27 Mrd. kWh, Wärme: 4,71 Mrd. kWh). Bis 2011 fiel dieser Verbrauch auf 4,4 Mrd. kWh – das entspricht einer Reduzierung um 26,4 %. Die kumulierten Energieeinsparungen der Bundeswehr im Fünfjahreszeitraum 2007-2011 beliefen sich auf 6,71 Mrd. kWh im Vergleich zu 2005.

 

„Dieser Erfolg hatte mehrere Väter: das systematische Liegenschafts- und Flächenmanagement, energetische Gebäudesanierungen und die dauerhafte Nutzermotivation durch die ‚mission E‘“, erläutert Tom Küster von der EnergieAgentur.NRW, der die Idee und das Konzept für die bundeswehrweite Motivationskampagne im Sommer 2006 entwickelte. „Aufgrund der Berechnungen, die wir seinerzeit gemäß der allgemein anerkannten Trendlinienmethode vorgenommen haben, können wir den Anteil der ‚mission E‘ an den Energieeinsparungen 2007-2011 der Bundeswehr mit 1,6 Mrd. kWh beziffern.“

 

Doch wie entwickelte sich der Energieverbrauch nach 2011, nach dem Ende der Kampagne zur Sensibilisierung der Bundeswehrangehörigen? Der „Nachhaltigkeitsbericht 2016 des Bundesministeriums der Verteidigung und der Bundeswehr“, der den Berichtszeitraum 2014-2015 abdeckt und jüngst veröffentlicht wurde, gibt unter anderem Aufschluss über die Strom- und Wärmeverbräuche sowie die resultierenden CO2-Emissionen seit 2008. Das nachfolgende Diagramm zeigt daher die jährlichen Energieverbrauchs- und Emissionswerte der Bundeswehr in einer Zeitreihe bis 2015.
 

Bis 2011 erreichte die Bundeswehr eine Reduzierung ihres Strom- und Wärmeverbrauchs auf zusammen 4,4 Mrd. Kilowattstunden, 2015 waren es nur noch 3,84 Mrd. kWh (Quellen: BAIUD Bw, BMVg; Grafik: EnergieAgentur.NRW).


Demnach betrug der Energieverbrauch im Jahr 2015 insgesamt 3,84 Mrd. kWh, was einer Reduzierung von 35,8 % im Vergleich zum Referenzjahr 2005 entspricht. Die kumulierten Energieeinsparungen, die die Bundeswehr im Zeitraum 2007-2015 im Vergleich zu 2005 erzielte, belaufen sich auf nunmehr 14,28 Mrd. kWh. Die Bundeswehrangehörigen konnten die Verbrauchsreduzierung, die sie zwischen 2007 und 2011 erreichten, in den darauffolgenden Jahren also nicht nur halten, sondern sogar ausbauen.

 

Entwicklung der CO2-Emissionen bis 2015

Die Werte der jährlichen Strom- und (witterungsbereinigten) Wärmeverbräuche der Bundeswehr liegen in einer Zeitreihe seit der deutschen Wiedervereinigung vor – ebenso wie die Werte der energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen, im Diagramm oben dargestellt durch die orangene Linie. Diese Datenreihen unterstreichen zum einen, dass das Verteidigungsressort schon weit vor dem Jahr 2007 ernsthafte – und äußerst erfolgreiche – Anstrengungen unternahm, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen der Liegenschaften der Bundeswehr zu senken.

 

Zum anderen dokumentieren diese Zeitreihen die Reduzierung der CO2-Emissionen um nunmehr fast vier Fünftel (77,7 %) innerhalb von nur 25 Jahren: Während die Bundeswehr im Jahr 1990 energiebedingt insgesamt 4,8 Mio. Tonnen CO2 emittierte, waren es im Jahr 2015 nur noch 1,07 Mio. Tonnen. Addiert man die jährlichen Emissionsminderungen dieser 25 Jahre im Vergleich zu 1990, beläuft sich die Menge des vermiedenen Kohlendioxids auf insgesamt 71,1 Mio. Tonnen. Laut „Thünen-Institut“, dem Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, entspricht diese CO2-Menge dem Äquivalent einer Waldfläche von 81.644 km2. Zum Vergleich: Österreich erstreckt sich über eine Fläche von 83.879 km2.
 

Nach Auskunft des Thünen-Instituts speichert ein Quadratkilometer des deutschlandweiten Durchschnittswaldes jährlich 870,89 Tonnen Kohlendioxid, daher entspricht 1 t CO2 einer Waldfläche von 0,0011483 Quadratkilometern (Bild: panthermedia.net/Wolfgang Dufner).


„mission E“ als Teil des Projektes „Energiezukunft 2030plus“

In seinem „Nachhaltigkeitsbericht 2016“ skizziert das Verteidigungsministerium (BMVg) übrigens auch das Projekt „Energiezukunft 2030plus“, ein Gesamtkonzept für das künftige infrastrukturbezogene Energiemanagement der Bundeswehr – und hierbei soll die „mission E“ erneut eine Rolle spielen:

 

„Die Sensibilisierung und Motivation der Bundeswehrangehörigen für das energiebewusste Verhalten ist ausdrücklicher Bestandteil der Gesamtstrategie für das künftige Energiemanagement der Bundeswehr: Das Verteidigungsministerium beabsichtigt, die ‚mission E‘ im Rahmen des Projektes ‚Energiezukunft 2030plus‘ wieder aufzugreifen“, freut sich Küster. „Dieses Vorhaben des BMVg ist sogar offizieller Bestandteil des ‚Maßnahmenprogramms Nachhaltigkeit‘ der Bundesregierung.“


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Autor: Tom Küster



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      Die Bundeswehr konnte die Verbrauchsreduzierung, die sie während der fünfjährigen Laufzeit der „mission E“ erzielte, in den darauffolgenden Jahren nicht nur halten, sondern sogar ausbauen: von gut einem Viertel im Jahr 2011 auf über ein Drittel im Jahr 2015 (bezogen auf 2005). Im Langzeitvergleich zu 1990 reduzierte die Bundeswehr ihre CO2-Emissionen bis 2015 um fast vier Fünftel, und laut Verteidigungsministerium soll die „mission E“ künftig wieder eine Rolle spielen.
       

      Standen mit ihrem Namen und ihrem Gesicht für die bundeswehrweite Pilotkampagne der mission E: Marcel Geisenhainer, Katrin Kober, Jens Werner Müller, Petra Mian und René Pracht (v.l.).


      Entwicklung des Strom- und Wärmeverbrauchs bis 2015

      Im Jahr 2005, das als Referenzjahr zur Ermittlung der Energieeinsparungen zwischen 2007 und 2011 diente, betrug der bundeswehrweite Strom- und Wärmeverbrauch insgesamt 5,98 Mrd. Kilowattstunden (Strom: 1,27 Mrd. kWh, Wärme: 4,71 Mrd. kWh). Bis 2011 fiel dieser Verbrauch auf 4,4 Mrd. kWh – das entspricht einer Reduzierung um 26,4 %. Die kumulierten Energieeinsparungen der Bundeswehr im Fünfjahreszeitraum 2007-2011 beliefen sich auf 6,71 Mrd. kWh im Vergleich zu 2005.

       

      „Dieser Erfolg hatte mehrere Väter: das systematische Liegenschafts- und Flächenmanagement, energetische Gebäudesanierungen und die dauerhafte Nutzermotivation durch die ‚mission E‘“, erläutert Tom Küster von der EnergieAgentur.NRW, der die Idee und das Konzept für die bundeswehrweite Motivationskampagne im Sommer 2006 entwickelte. „Aufgrund der Berechnungen, die wir seinerzeit gemäß der allgemein anerkannten Trendlinienmethode vorgenommen haben, können wir den Anteil der ‚mission E‘ an den Energieeinsparungen 2007-2011 der Bundeswehr mit 1,6 Mrd. kWh beziffern.“

       

      Doch wie entwickelte sich der Energieverbrauch nach 2011, nach dem Ende der Kampagne zur Sensibilisierung der Bundeswehrangehörigen? Der „Nachhaltigkeitsbericht 2016 des Bundesministeriums der Verteidigung und der Bundeswehr“, der den Berichtszeitraum 2014-2015 abdeckt und jüngst veröffentlicht wurde, gibt unter anderem Aufschluss über die Strom- und Wärmeverbräuche sowie die resultierenden CO2-Emissionen seit 2008. Das nachfolgende Diagramm zeigt daher die jährlichen Energieverbrauchs- und Emissionswerte der Bundeswehr in einer Zeitreihe bis 2015.
       

      Bis 2011 erreichte die Bundeswehr eine Reduzierung ihres Strom- und Wärmeverbrauchs auf zusammen 4,4 Mrd. Kilowattstunden, 2015 waren es nur noch 3,84 Mrd. kWh (Quellen: BAIUD Bw, BMVg; Grafik: EnergieAgentur.NRW).


      Demnach betrug der Energieverbrauch im Jahr 2015 insgesamt 3,84 Mrd. kWh, was einer Reduzierung von 35,8 % im Vergleich zum Referenzjahr 2005 entspricht. Die kumulierten Energieeinsparungen, die die Bundeswehr im Zeitraum 2007-2015 im Vergleich zu 2005 erzielte, belaufen sich auf nunmehr 14,28 Mrd. kWh. Die Bundeswehrangehörigen konnten die Verbrauchsreduzierung, die sie zwischen 2007 und 2011 erreichten, in den darauffolgenden Jahren also nicht nur halten, sondern sogar ausbauen.

       

      Entwicklung der CO2-Emissionen bis 2015

      Die Werte der jährlichen Strom- und (witterungsbereinigten) Wärmeverbräuche der Bundeswehr liegen in einer Zeitreihe seit der deutschen Wiedervereinigung vor – ebenso wie die Werte der energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen, im Diagramm oben dargestellt durch die orangene Linie. Diese Datenreihen unterstreichen zum einen, dass das Verteidigungsressort schon weit vor dem Jahr 2007 ernsthafte – und äußerst erfolgreiche – Anstrengungen unternahm, den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen der Liegenschaften der Bundeswehr zu senken.

       

      Zum anderen dokumentieren diese Zeitreihen die Reduzierung der CO2-Emissionen um nunmehr fast vier Fünftel (77,7 %) innerhalb von nur 25 Jahren: Während die Bundeswehr im Jahr 1990 energiebedingt insgesamt 4,8 Mio. Tonnen CO2 emittierte, waren es im Jahr 2015 nur noch 1,07 Mio. Tonnen. Addiert man die jährlichen Emissionsminderungen dieser 25 Jahre im Vergleich zu 1990, beläuft sich die Menge des vermiedenen Kohlendioxids auf insgesamt 71,1 Mio. Tonnen. Laut „Thünen-Institut“, dem Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, entspricht diese CO2-Menge dem Äquivalent einer Waldfläche von 81.644 km2. Zum Vergleich: Österreich erstreckt sich über eine Fläche von 83.879 km2.
       

      Nach Auskunft des Thünen-Instituts speichert ein Quadratkilometer des deutschlandweiten Durchschnittswaldes jährlich 870,89 Tonnen Kohlendioxid, daher entspricht 1 t CO2 einer Waldfläche von 0,0011483 Quadratkilometern (Bild: panthermedia.net/Wolfgang Dufner).


      „mission E“ als Teil des Projektes „Energiezukunft 2030plus“

      In seinem „Nachhaltigkeitsbericht 2016“ skizziert das Verteidigungsministerium (BMVg) übrigens auch das Projekt „Energiezukunft 2030plus“, ein Gesamtkonzept für das künftige infrastrukturbezogene Energiemanagement der Bundeswehr – und hierbei soll die „mission E“ erneut eine Rolle spielen:

       

      „Die Sensibilisierung und Motivation der Bundeswehrangehörigen für das energiebewusste Verhalten ist ausdrücklicher Bestandteil der Gesamtstrategie für das künftige Energiemanagement der Bundeswehr: Das Verteidigungsministerium beabsichtigt, die ‚mission E‘ im Rahmen des Projektes ‚Energiezukunft 2030plus‘ wieder aufzugreifen“, freut sich Küster. „Dieses Vorhaben des BMVg ist sogar offizieller Bestandteil des ‚Maßnahmenprogramms Nachhaltigkeit‘ der Bundesregierung.“

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