Mit geringem Aufwand Stromfresser entlarven

30. August 2017 | Erklärstücke

Für all diejenigen, die zuhause versteckte Stromfresser aufspüren möchten, empfiehlt sich die Anschaffung eines Strommessgeräts: Diese Messgeräte, die zwischen Netzstecker und Steckdose geschaltet werden, kosten nur wenige Euro, sind einfach zu bedienen und führen nicht selten zu überraschenden Ergebnissen.

 

„Man braucht in technischen Dingen nicht sonderlich versiert zu sein, um handelsübliche Strommessgeräte für den Privathaushalt zu bedienen. Berührungsängste sind hier wirklich unbegründet“, verspricht Tom Küster von der EnergieAgentur.NRW. „Diese Messgeräte sind bereits ab etwa 10 Euro in Baumärkten und im Elektrofachhandel erhältlich, und mit ihnen lassen sich sowohl die momentane Leistungsaufnahme eines Elektrogerätes als auch der in einem bestimmten Zeitraum verursachte Stromverbrauch ermitteln.“
 

Auch viele Kaffee-Vollautomaten verursachen Stand-by-Verluste (Bild: panthermedia.net/Matthias Krüttgen).


Leistung und Verbrauch – Watt und Kilowattstunden
Der Unterschied zwischen Leistung und Verbrauch ist ein wichtiger Punkt bei der Nutzung der Strommessgeräte. Dieser Punkt muss deshalb gemacht werden, weil die in Watt (W) oder Kilowatt (kW) angegebene Leistung häufig mit dem Verbrauch verwechselt wird, obwohl dessen Einheit die Kilowattstunde (kWh) ist. Ein Verbrauch in Kilowattstunden entsteht erst dann, wenn eine Leistung (in Watt oder Kilowatt) über eine bestimmte, in Stunden (h) angegebene Zeit abgerufen wird. Fachleute beschreiben diesen Sachverhalt auch so: Leistung ist Arbeit pro Zeit, daher ist Arbeit (die im physikalischen Sinn dasselbe ist wie der Verbrauch) Leistung mal Zeit.

 

Küster verdeutlicht dies an einem konkreten Beispiel: „Nehmen wir an, mein Staubsauger hat eine Leistung von 2.000 Watt, also 2 Kilowatt. Wenn ich nun zwei Stunden lang die Wohnung sauge, entsteht ein Stromverbrauch von 2 kW mal 2 h, also 4 kWh.“ Dieses Beispiel zeigt: Die Einheit „kWh“ entsteht durch Multiplikation der Einheiten „kW“ und „h“ – genau so, wie der Zahlenwert des Verbrauchs (hier: 4) durch Multiplikation der beiden Zahlenwerte von Leistung (2) und Zeit (2) entsteht.
 

Beispiel: Ein Staubsauger mit einer Leistung von 2.000 Watt ist zwei Stunden lang in Betrieb und verursacht deshalb einen Verbrauch von 4 kWh (Grafik: EnergieAgentur.NRW).


„Weiße Ware“: Verbrauchsmessung
Bei Haushaltsgroßgeräten sollte man entweder – wie bei den diskontinuierlich laufenden Kühl- und Gefrierschränken – den Verbrauch über 24 Stunden messen und den ermittelten Wert mit 365 multiplizieren (für die Anzahl der Tage im Jahr) oder aber – bei Wäschetrocknern, Wasch- und Spülmaschinen – die Messung für die Dauer einer kompletten Nutzung laufen lassen und den ermittelten Verbrauchswert dann mit der Anzahl der Nutzungen pro Jahr multiplizieren. Dieses ebenso einfache wie systematische Vorgehen fördert zuverlässig den tatsächlichen Stromverbrauch der individuellen „Weißen Ware“ zutage.

 

Wie effizient die eigenen Haushaltsgroßgeräte die Energie nutzen, lässt sich am besten online durch einen Vergleich mit den energieeffizientesten Geräten derselben Produktgruppe feststellen: Die Gerätedatenbanken unter www.topgeraete.de und www.spargeraete.de weisen die sparsamsten vergleichbaren Haushaltsgroßgeräte aus, nachdem der Nutzer einige Eckdaten eingegeben hat (Geräteart, Größe etc.); die Top-Geräte-Datenbank berücksichtigt außer den Haushaltsgeräten auch die Informations- und Unterhaltungselektronik.

 

Leerlaufverluste: Leistungsmessung

Wenn man vom Single- bis zum Fünf-Personen-Haushalt alle Haushaltsgrößen einrechnet, entfallen im Schnitt aber nicht auf das Kühlen oder Gefrieren, das Waschen, Trocknen oder Spülen die größten Anteile am Stromverbrauch: Laut der Erhebung „Wo im Haushalt bleibt der Strom?“ der EnergieAgentur.NRW liegen in den Privathaushalten – wenn man die elektrische Warmwasserbereitung einmal außen vor lässt – nicht die einzelnen Verbrauchsbereiche der „Weißen Ware“ auf den ersten Plätzen der Verbrauchsparade, sondern vielmehr das private Büro und der TV-/Audiobereich: Diese beiden Bereiche zusammen machen im Schnitt 26,8 % des gesamten Stromverbrauchs der Haushalte ohne elektrische Warmwasserbereitung aus.
 

In den Haushalten ohne elektrische Warmwasserbereitung entfallen auf die Geräte der Informations- und Unterhaltungselektronik im Mittel knapp 27 % des Stromverbrauchs (Quelle & Grafik: EnergieAgentur.NRW).


Wer darum wissen möchte, wie groß die jährlichen Leerlaufverluste seines privaten PC-Arbeitsplatzes oder die Stand-by-Verluste seines Kaffee-Vollautomaten oder des DVD-Rekorders mit Festplatte sind, der braucht für seine Messung nicht einmal 24 Stunden, sondern nur wenige Augenblicke: Ist das Strommessgerät zwischen Netzstecker und Steckdose angebracht, muss die Anzeige des Messgerätes lediglich per Tastendruck in den Modus geschaltet werden, in dem sie die aufgenommene Leistung wiedergibt (in Watt). Multipliziert man diese Wattzahl mit der Anzahl der Stunden eines Jahres (8.760 h), erhält man den durch das Elektrogerät verursachten jährlichen Stromverbrauch in Wattstunden (Wh); teilt man diesen Zahlenwert durch 1.000, ergibt sich die geläufigere Einheit Kilowattstunden (kWh).

 

Unten auf dieser Seite findet sich unter „Downloads“ eine PDF-Datei (Umfang: 1 Seite). Diese PDF enthält ein Formblatt inklusive einer kurzen Messanleitung und der beschriebenen Rechenschritte – für das Messen sowohl von Leistungs- als auch von Verbrauchswerten. Trägt man in das ausgedruckte Formblatt die individuellen Messergebnisse ein, lassen sich auch die jeweiligen jährlichen Stromkosten ermitteln.

 

1 Watt Dauerleistung: 2,54 € pro Jahr
Grundsätzlich gilt: Jedes einzelne Watt Dauerleistung verursacht pro Jahr einen Stromverbrauch von 8,76 kWh, und bei einem Strompreis von 29 Cent pro kWh betragen die Kosten für jedes Watt Dauerleistung derzeit rund 2,54 Euro jährlich.* 2,54 Euro pro Jahr – das klingt nach Kosten, die sich verschmerzen lassen. Das Dumme aber ist: In einem kompletten Haushalt summieren sich die durch Stand-by und Scheinaus-Betrieb bedingten Leerlaufverluste je nach Ausstattung auf einige Dutzend Watt, unnötige Kosten von bis zu 100 Euro und mehr sind in einem Vier-Personen-Haushalt keine Seltenheit. Denn bei genauerem Hinsehen stehen in einem durchschnittlich ausgestatteten Privathaushalt etliche „Dauerläufer“: Stromverbraucher wie der Internet-Router, die permanent am Netz sind und so zu den teuren Leerlaufverlusten beitragen.

In einem durchschnittlich ausgestatteten Haushalt kosten die Stand-by-Verluste jedes Jahr etliche Euro (Grafik: EnergieAgentur.NRW; eigene Berechnungen nach: Initiative EnergieEffizienz).


Überraschende Messergebnisse
Eigene, wenn auch nicht repräsentative Messungen der EnergieAgentur.NRW haben in diesem Zusammenhang zu einigen sehr überraschenden Ergebnissen geführt.

  • So hatte in einem privaten Büro ein vier Jahre alter PC inklusive Flachbildschirm im Stand-by-Modus eine Leistungsaufnahme von gut 9 Watt, der dazugehörige Laserdrucker brachte es im Bereitschaftsbetrieb auf fast 11 W – das ergibt unter dem Strich immerhin 20 Watt für den PC-Arbeitsplatz im Stand-by.
     
  • Alte Fernseher können im Stand-by-Betrieb mehrere Watt aufnehmen (alte Röhrenfernseher sogar bis zu 10 Watt), während die energieeffizientesten Neugeräte im Bereitschaftsbetrieb mit weniger als 0,1 W auskommen.
     
  • Ein herkömmlicher, zufällig ausgewählter Digital-Radiowecker verblüffte mit einer Leistungsaufnahme von nicht weniger als 16 Watt, gleichzusetzen mit Kosten in Höhe von jährlich fast 41 € – eine ziemlich stolze Summe für die Anzeige der Uhrzeit und die Weckfunktion; daher lohnt hier die Überlegung, sich stattdessen einen kleinen Analogwecker anzuschaffen, wenn man morgens nicht unbedingt mit Musik geweckt werden möchte.
     
  • Verschiedene Radios, die oftmals in Küchen stehen, nahmen im ausgeschalteten Zustand immer noch bis zu 8 Watt auf; übrigens eine Leistung, die häufig kaum niedriger war als beim eingeschalteten Radio!
     
  • Ein DSL-Modem inklusive Router bringt es ebenfalls leicht auf bis zu 8 Watt Dauerleistung, wodurch jedes Jahr Kosten von bis zu 20 € verursacht werden.
     
  • Dazu kommen in einem durchschnittlich ausgestatteten Haushalt oftmals noch Stereoanlage und DVB-T-Receiver (jeweils bis zu 10 W im Stand-by), das schnurlose Telefon mit Ladeschale und Anrufbeantworter, diverse Handy-Ladegeräte, elektrische Zahnbürsten und vieles andere mehr; selbst programmierbare Waschmaschinen verursachen Leerlaufverluste.

 

Selbst ist der Mann – und die Frau!
„Diese Aufzählung ließe sich beliebig erweitern, am aussagekräftigsten sind jedoch immer die Werte, die man selber im eigenen Haushalt ermittelt“, erklärt Tom Küster. „Denn dann sieht man durch eigene Messungen Schwarz auf Weiß, welches Elektrogerät wie viel Strom verbraucht, wo sich unnötige Leerlaufverluste mit Hilfe von abschaltbaren Steckdosenleisten vermeiden lassen oder ob sich bei einem alten Haushaltsgroßgerät möglicherweise sogar eine Neuanschaffung lohnt.“

 

* Berechnung:
Jahresverbrauch = 1 W x 24 h/Tag x 365 Tage = 8.760 Wh = 8,76 kWh
Jahreskosten = 8,76 kWh x 0,29 €/kWh = 2,54 €

 

Weitere Beiträge zu vielfältigen Themen der Energieeffizienz finden sich auch unter www.energieblogger.net.



Autor: Tom Küster



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      Für all diejenigen, die zuhause versteckte Stromfresser aufspüren möchten, empfiehlt sich die Anschaffung eines Strommessgeräts: Diese Messgeräte, die zwischen Netzstecker und Steckdose geschaltet werden, kosten nur wenige Euro, sind einfach zu bedienen und führen nicht selten zu überraschenden Ergebnissen.

       

      „Man braucht in technischen Dingen nicht sonderlich versiert zu sein, um handelsübliche Strommessgeräte für den Privathaushalt zu bedienen. Berührungsängste sind hier wirklich unbegründet“, verspricht Tom Küster von der EnergieAgentur.NRW. „Diese Messgeräte sind bereits ab etwa 10 Euro in Baumärkten und im Elektrofachhandel erhältlich, und mit ihnen lassen sich sowohl die momentane Leistungsaufnahme eines Elektrogerätes als auch der in einem bestimmten Zeitraum verursachte Stromverbrauch ermitteln.“
       

      Auch viele Kaffee-Vollautomaten verursachen Stand-by-Verluste (Bild: panthermedia.net/Matthias Krüttgen).


      Leistung und Verbrauch – Watt und Kilowattstunden
      Der Unterschied zwischen Leistung und Verbrauch ist ein wichtiger Punkt bei der Nutzung der Strommessgeräte. Dieser Punkt muss deshalb gemacht werden, weil die in Watt (W) oder Kilowatt (kW) angegebene Leistung häufig mit dem Verbrauch verwechselt wird, obwohl dessen Einheit die Kilowattstunde (kWh) ist. Ein Verbrauch in Kilowattstunden entsteht erst dann, wenn eine Leistung (in Watt oder Kilowatt) über eine bestimmte, in Stunden (h) angegebene Zeit abgerufen wird. Fachleute beschreiben diesen Sachverhalt auch so: Leistung ist Arbeit pro Zeit, daher ist Arbeit (die im physikalischen Sinn dasselbe ist wie der Verbrauch) Leistung mal Zeit.

       

      Küster verdeutlicht dies an einem konkreten Beispiel: „Nehmen wir an, mein Staubsauger hat eine Leistung von 2.000 Watt, also 2 Kilowatt. Wenn ich nun zwei Stunden lang die Wohnung sauge, entsteht ein Stromverbrauch von 2 kW mal 2 h, also 4 kWh.“ Dieses Beispiel zeigt: Die Einheit „kWh“ entsteht durch Multiplikation der Einheiten „kW“ und „h“ – genau so, wie der Zahlenwert des Verbrauchs (hier: 4) durch Multiplikation der beiden Zahlenwerte von Leistung (2) und Zeit (2) entsteht.
       

      Beispiel: Ein Staubsauger mit einer Leistung von 2.000 Watt ist zwei Stunden lang in Betrieb und verursacht deshalb einen Verbrauch von 4 kWh (Grafik: EnergieAgentur.NRW).


      „Weiße Ware“: Verbrauchsmessung
      Bei Haushaltsgroßgeräten sollte man entweder – wie bei den diskontinuierlich laufenden Kühl- und Gefrierschränken – den Verbrauch über 24 Stunden messen und den ermittelten Wert mit 365 multiplizieren (für die Anzahl der Tage im Jahr) oder aber – bei Wäschetrocknern, Wasch- und Spülmaschinen – die Messung für die Dauer einer kompletten Nutzung laufen lassen und den ermittelten Verbrauchswert dann mit der Anzahl der Nutzungen pro Jahr multiplizieren. Dieses ebenso einfache wie systematische Vorgehen fördert zuverlässig den tatsächlichen Stromverbrauch der individuellen „Weißen Ware“ zutage.

       

      Wie effizient die eigenen Haushaltsgroßgeräte die Energie nutzen, lässt sich am besten online durch einen Vergleich mit den energieeffizientesten Geräten derselben Produktgruppe feststellen: Die Gerätedatenbanken unter www.topgeraete.de und www.spargeraete.de weisen die sparsamsten vergleichbaren Haushaltsgroßgeräte aus, nachdem der Nutzer einige Eckdaten eingegeben hat (Geräteart, Größe etc.); die Top-Geräte-Datenbank berücksichtigt außer den Haushaltsgeräten auch die Informations- und Unterhaltungselektronik.

       

      Leerlaufverluste: Leistungsmessung

      Wenn man vom Single- bis zum Fünf-Personen-Haushalt alle Haushaltsgrößen einrechnet, entfallen im Schnitt aber nicht auf das Kühlen oder Gefrieren, das Waschen, Trocknen oder Spülen die größten Anteile am Stromverbrauch: Laut der Erhebung „Wo im Haushalt bleibt der Strom?“ der EnergieAgentur.NRW liegen in den Privathaushalten – wenn man die elektrische Warmwasserbereitung einmal außen vor lässt – nicht die einzelnen Verbrauchsbereiche der „Weißen Ware“ auf den ersten Plätzen der Verbrauchsparade, sondern vielmehr das private Büro und der TV-/Audiobereich: Diese beiden Bereiche zusammen machen im Schnitt 26,8 % des gesamten Stromverbrauchs der Haushalte ohne elektrische Warmwasserbereitung aus.
       

      In den Haushalten ohne elektrische Warmwasserbereitung entfallen auf die Geräte der Informations- und Unterhaltungselektronik im Mittel knapp 27 % des Stromverbrauchs (Quelle & Grafik: EnergieAgentur.NRW).


      Wer darum wissen möchte, wie groß die jährlichen Leerlaufverluste seines privaten PC-Arbeitsplatzes oder die Stand-by-Verluste seines Kaffee-Vollautomaten oder des DVD-Rekorders mit Festplatte sind, der braucht für seine Messung nicht einmal 24 Stunden, sondern nur wenige Augenblicke: Ist das Strommessgerät zwischen Netzstecker und Steckdose angebracht, muss die Anzeige des Messgerätes lediglich per Tastendruck in den Modus geschaltet werden, in dem sie die aufgenommene Leistung wiedergibt (in Watt). Multipliziert man diese Wattzahl mit der Anzahl der Stunden eines Jahres (8.760 h), erhält man den durch das Elektrogerät verursachten jährlichen Stromverbrauch in Wattstunden (Wh); teilt man diesen Zahlenwert durch 1.000, ergibt sich die geläufigere Einheit Kilowattstunden (kWh).

       

      Unten auf dieser Seite findet sich unter „Downloads“ eine PDF-Datei (Umfang: 1 Seite). Diese PDF enthält ein Formblatt inklusive einer kurzen Messanleitung und der beschriebenen Rechenschritte – für das Messen sowohl von Leistungs- als auch von Verbrauchswerten. Trägt man in das ausgedruckte Formblatt die individuellen Messergebnisse ein, lassen sich auch die jeweiligen jährlichen Stromkosten ermitteln.

       

      1 Watt Dauerleistung: 2,54 € pro Jahr
      Grundsätzlich gilt: Jedes einzelne Watt Dauerleistung verursacht pro Jahr einen Stromverbrauch von 8,76 kWh, und bei einem Strompreis von 29 Cent pro kWh betragen die Kosten für jedes Watt Dauerleistung derzeit rund 2,54 Euro jährlich.* 2,54 Euro pro Jahr – das klingt nach Kosten, die sich verschmerzen lassen. Das Dumme aber ist: In einem kompletten Haushalt summieren sich die durch Stand-by und Scheinaus-Betrieb bedingten Leerlaufverluste je nach Ausstattung auf einige Dutzend Watt, unnötige Kosten von bis zu 100 Euro und mehr sind in einem Vier-Personen-Haushalt keine Seltenheit. Denn bei genauerem Hinsehen stehen in einem durchschnittlich ausgestatteten Privathaushalt etliche „Dauerläufer“: Stromverbraucher wie der Internet-Router, die permanent am Netz sind und so zu den teuren Leerlaufverlusten beitragen.

      In einem durchschnittlich ausgestatteten Haushalt kosten die Stand-by-Verluste jedes Jahr etliche Euro (Grafik: EnergieAgentur.NRW; eigene Berechnungen nach: Initiative EnergieEffizienz).


      Überraschende Messergebnisse
      Eigene, wenn auch nicht repräsentative Messungen der EnergieAgentur.NRW haben in diesem Zusammenhang zu einigen sehr überraschenden Ergebnissen geführt.

      • So hatte in einem privaten Büro ein vier Jahre alter PC inklusive Flachbildschirm im Stand-by-Modus eine Leistungsaufnahme von gut 9 Watt, der dazugehörige Laserdrucker brachte es im Bereitschaftsbetrieb auf fast 11 W – das ergibt unter dem Strich immerhin 20 Watt für den PC-Arbeitsplatz im Stand-by.
         
      • Alte Fernseher können im Stand-by-Betrieb mehrere Watt aufnehmen (alte Röhrenfernseher sogar bis zu 10 Watt), während die energieeffizientesten Neugeräte im Bereitschaftsbetrieb mit weniger als 0,1 W auskommen.
         
      • Ein herkömmlicher, zufällig ausgewählter Digital-Radiowecker verblüffte mit einer Leistungsaufnahme von nicht weniger als 16 Watt, gleichzusetzen mit Kosten in Höhe von jährlich fast 41 € – eine ziemlich stolze Summe für die Anzeige der Uhrzeit und die Weckfunktion; daher lohnt hier die Überlegung, sich stattdessen einen kleinen Analogwecker anzuschaffen, wenn man morgens nicht unbedingt mit Musik geweckt werden möchte.
         
      • Verschiedene Radios, die oftmals in Küchen stehen, nahmen im ausgeschalteten Zustand immer noch bis zu 8 Watt auf; übrigens eine Leistung, die häufig kaum niedriger war als beim eingeschalteten Radio!
         
      • Ein DSL-Modem inklusive Router bringt es ebenfalls leicht auf bis zu 8 Watt Dauerleistung, wodurch jedes Jahr Kosten von bis zu 20 € verursacht werden.
         
      • Dazu kommen in einem durchschnittlich ausgestatteten Haushalt oftmals noch Stereoanlage und DVB-T-Receiver (jeweils bis zu 10 W im Stand-by), das schnurlose Telefon mit Ladeschale und Anrufbeantworter, diverse Handy-Ladegeräte, elektrische Zahnbürsten und vieles andere mehr; selbst programmierbare Waschmaschinen verursachen Leerlaufverluste.

       

      Selbst ist der Mann – und die Frau!
      „Diese Aufzählung ließe sich beliebig erweitern, am aussagekräftigsten sind jedoch immer die Werte, die man selber im eigenen Haushalt ermittelt“, erklärt Tom Küster. „Denn dann sieht man durch eigene Messungen Schwarz auf Weiß, welches Elektrogerät wie viel Strom verbraucht, wo sich unnötige Leerlaufverluste mit Hilfe von abschaltbaren Steckdosenleisten vermeiden lassen oder ob sich bei einem alten Haushaltsgroßgerät möglicherweise sogar eine Neuanschaffung lohnt.“

       

      * Berechnung:
      Jahresverbrauch = 1 W x 24 h/Tag x 365 Tage = 8.760 Wh = 8,76 kWh
      Jahreskosten = 8,76 kWh x 0,29 €/kWh = 2,54 €

       

      Weitere Beiträge zu vielfältigen Themen der Energieeffizienz finden sich auch unter www.energieblogger.net.

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